Hauptsteuer- und Buchhaltungsänderungen 2021

Im folgenden Artikel bringen wir Ihnen die Übersicht der wichtigsten Änderungen auf dem Gebiet Steuern für das Jahr 2021. Diesen Artikel schreiben wir zum Zeitpunkt, in dem sich einige der Regelungen des sog. Steuerpakets immer noch im legislativen Prozess befinden (am 10.12.2020 wurde die Novelle des Einkommenssteuergesetzes mit Änderungsvorschlägen vom Senat zur Verhandlung in die Abgeordnetenkammer zurückverwiesen) und deren endgültige Fassung also abweichend sein kann.

Einkommenssteuer

Änderungen im Verabschiedungsprozess:

  • Abschaffung des sog. Superbruttolohns und der Millionärsteuer (betraf nur Einkünfte aus abhängiger Arbeit und Selbständige).
  • Einführung zweier Steuersätze für sämtliche in der Steuererklärung ausgewiesenen Einkünfte mit Ausnahme von ausländischen Kapitalerträgen (z. B. Dividenden oder Zinsen aus dem Ausland). Der jetzige Entwurf beinhaltet den Satz von 15 % bis zur Grenze von dem 48-fachen des Durchschnittsverdienst (1.701.168 CZK in 2021) und von 23 % oberhalb dieser Grenze.
  • Allmähliche Erhöhung des Grundfreibetrags des Steuerpflichtigen in den kommenden zwei Jahren.

Bereits genehmigte Änderungen:

  • Verlängerung der Haltefrist für die Befreiung der Einkünfte aus Immobilienverkauf von 5 auf 10 Jahre, gilt für nach dem 31. Dezember 2020 angeschaffte Immobilien.
  • Senkung der Jahresgrenze der abziehbaren Hypothekenzinsen von 300.000 CZK auf 150.000 CZK, gilt für die Finanzierung der nach dem 31. Dezember 2020 besorgten Wohnbedürfnisse.
  • Pauschalsteuer für Selbständige mit Einkommen bis zu 1.000.000 CZK pro Jahr, die Meldung der Geltendmachung dieses Modus hat bis zum 10. Januar 2021 zu erfolgen.

 

Körperschaftssteuer

Änderungen im Verabschiedungsprozess:

  • Essenspauschale, d.h. die Möglichkeit des Unternehmens seinen Mitarbeitern neben den Papieressensmarken auch einen geldlichen Essenszuschuss zu gewähren.
  • Änderung der Einreichungshäufigkeit des Meldeformulars der steuerfreien ins Ausland fließenden Einkünfte gemäß § 38da EStG, und zwar auf einmal pro Jahr (bis Ende Januar des Folgejahres), und ferner Änderung der Grenze zur Anmeldepflicht steuerfreier Einkünfte von bisher100.000 CZK auf 300.000 CZK pro Kalendermonat.
  • Abschaffung der Pflicht immaterielle Vermögensgegenstände steuerrechtlich abzuschreiben (immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden somit direkt als Kosten gebucht).
  • Erhöhung der Buchungsgrenze von Investitionen als Sachanlage für Zwecke des EStG und für technische Aufwertungen auf 80.000 CZK.
  • Kürzung der Abschreibungsdauer, bzw. Einführung außerordentlicher Abschreibungen für Sachanlagen aus der 1. und 2. Abschreibungsgruppe, die vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 angeschafft wurden.

Rechnungslegung

  • Im Rahmen der vorgeschlagenen Buchhaltungsgesetzänderung wird es möglich sein die Publizitätspflicht für den Jahresabschluss durch die Steuerbehörde zu erfüllen. Sobald die Körperschaftssteuererklärung elektronisch eingereicht wird, deren Anlage Jahresabschluss ist, reicht die Steuerbehörde den Jahresabschluss im geforderten Umfang dem Registergericht weiter. Die Steuerbehörde ist verpflichtet den Jahresabschluss dem Registergericht in elektronischer Form unverzüglich einzureichen. Die Pflicht den Jahresabschluss zu veröffentlichen gilt mit dem Zeitpunkt der Einreichung an die zuständige Steuerbehörde als erfüllt. Es kommt somit zur Effektivierung der Kommunikation zwischen den Systemen der öffentlichen Verwaltung. Die bisherigen zwei Handlungen (Einreichung der Körperschaftssteuererklärung an die Steuerbehörde und die Einreichung des Jahresabschlusses an das Registergericht) erfolgen somit künftig mit einer Einreichung.

Umsatzsteuer

Im Bereich Umsatzsteuer erfolgen im Jahre 2021 insbesondere folgende Änderungen:

  • Mit Wirkung vom 1. Januar 2021 wird die Möglichkeit der Besteuerung der Miete bei Wohnräumen (z.B. Familienhäuser, Wohnungen) abgeschafft. Bei Vermietern dieser Immobilien können Probleme mit den Vorsteueransprüchen entstehen und es kann auch passieren, dass sie eine gewisse in der Vergangenheit geltend gemachte Umsatzsteuer dem Staat rückerstatten müssen. Mehr lesen Sie im Sonderbeitrag hier.
  • Mit Wirkung vom 1. Juli 2021 tritt das EU-Paket betreffend die sog. E-Commerce in Kraft. Es wird sich um neue Modi für den Warenversand an Endverbraucher in der EU handeln. Das jetzige Mini-One-Stop-Shop wird in One-Stop-Shop ausgedehnt, das es ermöglichen wird, die Umsätze aus Warenversand in die EU nur in Tschechien zu melden und besteuern, ohne Steuerregistrierung in einem anderen Mitgliedsstaat. Neben der Abschaffung der Umsatzsteuerbefreiung bei der Einfuhr kleiner Sendungen (bis 22 EUR) werden neue Modi für die Einfuhr kleiner Sendungen bis 150 EUR entstehen.

Abgabenordnung

Am 1. Januar 2021 tritt eine umfangreiche Novelle der Abgabenordnung in Kraft. Zu den bedeutendsten Punkten, die die Novelle bringt, gehören insbesondere:

  • Einführung des Portals MEINE Steuern, Digitalisierung der Steuerverwaltung
    • Das Ziel ist Digitalisierung, Modernisierung und Erleichterung der Kommunikation mit Steuerbehörden. In diesem Zusammenhang wird auch der Umgang mit der Steuerinformationsbox erweitert und genutzt.
    • Reichen Steuersubjekte Einkommen-/Körperschaftssteuererklärung elektronisch ein, wird die Frist für deren Einreichung um 1 Monat auf 4 Monate nach Beendigung des Veranlagungszeitraumes verlängert. Diese verlängerte Frist gilt bereits für die Steuererklärungen für 2020.
  • Umarbeitung des Sanktionssystems
  • Es kommt zur Senkung und Vereinheitlichung der Höhe von Zuschlägen, die den Steuersubjekten entstehen, und auch derjenigen, die Steuerbehörden zahlen sollten, und zwar um ca. eine Hälfte gegenüber dem Ist-Stand auf den Reprosatz der Tschechischen Nationalbank + 8 Prozentpunkte.
  • Zuschlag für die verspätet rückerstattete Vorsteuer von Steuerbehörden an Steuersubjekte wird eine Hälfte betragen (Reprosatz der Tschechischen Nationalbank + 4 Prozentpunkte).
  • Die Tolerierungsfrist für die verspätete Steuerentrichtung verkürzt sich von 4 Werktagen auf 3 Kalendertage, wobei keine Zuschläge bis zur Höhe von 1.000 CZK anfallen. Die Tolerierungsfrist für die verspätete Einreichung der Steuererklärung bleibt 5 Werktage und es ist kein Zuschlag fällig, wenn er unter 1.000 CZK liegt.
  • Neu wird die Möglichkeit eingeführt, einen Erlass des Verspätungszuschlags zu beantragen.
  • Änderung der Prüfungsverfahren
    • Das System der persönlichen Besprechung des Beginns einer Betriebsprüfung und deren Beendigung ändert sich – Steuerbehörden dürfen Betriebsprüfungen elektronisch, z.B. mit der Zustellung in die Datenbox der Steuersubjekte, beginnen und beenden.
    • Steuerbehörden dürfen jederzeit aus dem Verfahren zur Zweifelsbehebung ins Betriebsprüfungsverfahren übergehen.
  • Vorauszahlung der Vorsteuer
    • Es wird das Institut der Vorauszahlung für Vorsteuer eingeführt, das ermöglicht einen Teil der in Anspruch gestellten Vorsteuer auszuzahlen, falls die Höhe der Vorauszahlung mindestens 50.000 CZK beträgt. Steuerbehörden werden nur den Teil der Vorsteuer zurückbehalten und überprüfen, über den sie Zweifel haben werden.
    • Steuerbehörden haben die Vorauszahlung unverzüglich vorzunehmen, wenn die Bedingungen für die Entstehung der Vorauszahlung erfüllt sind, und haben diese binnen 15 Tagen nach deren Festlegung zu rückerstatten.
  • Sonstige Änderungen
    • Zu sonstigen Änderungen gehört z.B. die Pflicht der Steuerbehörden Steuerformulare in Form einer Bekanntgabe festzulegen oder bei natürlichen Personen die Möglichkeit einen eigenen Identifikator für den Stammteil der Steueridentifikationsnummer zu beantragen (bisher ist es die Geburtsnummer).

 

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