Globale Risikolandschaft 2026: Wie sich die Risikosicht von Unternehmen verändert


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Warum in der heutigen Situation nicht nur eine falsche Entscheidung, sondern auch übermäßige Vorsicht und Untätigkeit zum Risiko werden können 

Wie sich die Vorbereitung von Unternehmen auf Cyberrisiken, geopolitische Risiken und andere miteinander verknüpfte Bedrohungen verändert 

Welche Rolle künstliche Intelligenz im Risikomanagement spielt und warum Unternehmen Risiken stärker mit Strategie und Entscheidungsfindung verknüpfen müssen 



Die Ergebnisse der diesjährigen globalen Studie BDO Global Risk Landscape 2026 liegen vor. Und die zentrale Botschaft ist eindeutig: Risiko ist keine eigenständige Disziplin mehr, die von einem kleinen Expertenteam gesteuert wird. Risiko ist überall – in Strategie, Technologie, Lieferketten, Regulierung, Geopolitik und der täglichen Entscheidungsfindung von Unternehmen. Die diesjährige Studie zeigt einen grundlegenden Wandel.

Unternehmen erkennen zunehmend, dass übermäßige Vorsicht selbst zu einem Risiko werden kann. In einem Umfeld, in dem sich Krisen beschleunigen und Unsicherheit zur neuen Normalität wird, reicht es nicht aus, lediglich das bestehende Geschäft zu schützen. Einen Wettbewerbsvorteil werden Organisationen haben, die auch ohne vollständige Informationen fundierte Entscheidungen treffen können.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?
 

1. Risiko ist nicht mehr nur Sache von Spezialisten.

Risiken entstehen heute im gesamten Unternehmen – in Technologie, Lieferketten, Regulierung, Finanzen und der täglichen Entscheidungsfindung. 89 % der Unternehmen berücksichtigen bei der Bewertung von Bedrohungen bereits, wie sich einzelne Risiken gegenseitig beeinflussen. Dennoch steuern viele Organisationen Risiken weiterhin getrennt nach einzelnen Teams.
 

2. Untätigkeit ist heute selbst ein Risiko.

Unternehmen können nicht länger darauf warten, dass sich das Umfeld beruhigt. Unsicherheit ist zu einem normalen Bestandteil des Geschäfts geworden. 80 % der Führungskräfte sagen, dass das globale Umfeld heute stärker von Krisen geprägt ist als je zuvor. Gleichzeitig geben 68 % an, dass Krisen ihre Unternehmen schneller treffen als in der Vergangenheit.
 

3. Unternehmen wollen Risiken vorsichtiger, aber auch intelligenter eingehen.

Es geht nicht darum, um jeden Preis mutiger zu sein. Entscheidend ist die Fähigkeit zu unterscheiden, welche Risiken akzeptiert und welche aktiv begrenzt werden sollten. Der Anteil der Unternehmen, die bereit sind, Risiken einzugehen, wenn dies notwendig ist, ist von 26 % auf 36 % gestiegen. Gleichzeitig bezeichnen nur 9 % der Unternehmen ihr Risikomanagement als sehr proaktiv.
 

4. Cyberrisiken stehen wieder an erster Stelle.

Cyberbedrohungen wachsen schneller als die Fähigkeit der Unternehmen, sich dagegen zu schützen. 40 % der Führungskräfte nennen Cybersicherheit als das wichtigste Risiko, auf das sie nicht vorbereitet sind. Im vergangenen Jahr waren es 23 %. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozentpunkte.
 

5. Sicherheit wird zu spät in Projekte eingebunden.

Cybersicherheit kommt häufig erst ins Spiel, wenn wesentliche Entscheidungen bereits getroffen wurden. Nur 10 % der Cybersecurity-Teams sind bereits in der ersten Ideenphase beteiligt. 26 % werden erst während der Umsetzung eingebunden und 6 % sogar erst kurz vor dem Start.
 

6. Geopolitik verstärkt alle anderen Risiken.

Geopolitik ist keine isolierte Bedrohung mehr. Sie beeinflusst Lieferanten, Regulierung, Daten, Zölle, Technologie und Cybersicherheit. Geopolitische Risiken gehören zu den drei wichtigsten Risiken, auf die sich Unternehmen nicht ausreichend vorbereitet fühlen. Verschiedene Mitglieder der Unternehmensleitung bewerten ihre Auswirkungen jedoch unterschiedlich: Einige konzentrieren sich auf Lieferketten, andere auf Regulierung oder Cyberangriffe.
 

7. Künstliche Intelligenz bietet Chancen, stellt aber auch höhere Anforderungen an das Management.

Unternehmen blicken optimistischer auf künstliche Intelligenz. Die Risiken verschwinden dadurch jedoch nicht. Vielmehr verlagern sie sich in die Bereiche Daten, Verantwortlichkeit und Kontrollen. 66 % der Unternehmen sehen die Entwicklung künstlicher Intelligenz als Chance. Im vergangenen Jahr waren es 57 %. Gleichzeitig nennen 27 % der Unternehmen künstliche Intelligenz als neues Risiko, auf das sie nicht vorbereitet sind.
 

8. Die größten Risiken künstlicher Intelligenz sind nicht nur technischer Natur.

Unternehmen sorgen sich am meisten um Auswirkungen auf Datenschutz, regulatorische Compliance und Cybersicherheit. Zu den fünf größten Risiken künstlicher Intelligenz zählen Datenschutz, regulatorische Compliance, Cybersicherheit, komplexe Integration und ungenaue Ergebnisse.
 

9. Betrug verschwindet aus dem Fokus der Unternehmensleitung – und das kann problematisch sein.

Das Betrugsrisiko nimmt nicht ab. Es wird häufig lediglich unter Cyberrisiken, künstlicher Intelligenz oder digitaler Sicherheit eingeordnet. 93 % der Führungskräfte betrachten Betrug nicht als eines der wichtigsten Risiken, auf die sie nicht vorbereitet sind. Gleichzeitig ermöglichen Technologien, darunter künstliche Intelligenz und Deepfake-Tools, Betrug schneller und in größerem Umfang zu skalieren.
 

10. Die Betrugsprävention hinkt der technologischen Entwicklung hinterher.

Unternehmen wissen, dass künstliche Intelligenz die Art und Weise von Betrug verändert. Dennoch passen nur wenige ihre Abwehrmaßnahmen aktiv an. Im vergangenen Jahr gaben 79 % der Führungskräfte an, über einen Plan zur Abwehr von KI-gestütztem Betrug zu verfügen. In diesem Jahr überwachen und aktualisieren nur 13 % ihre Abwehrmaßnahmen gegen diese Bedrohungen aktiv.
 

11. Unternehmen fehlt es nicht an Daten, sondern an der Fähigkeit zu erkennen, was wichtig ist.

Die Zahl der Risikosignale nimmt zu. Die Herausforderung besteht darin zu erkennen, welche tatsächlich eine Reaktion erfordern. 52 % der Unternehmen haben Schwierigkeiten, wichtige Warnsignale von gewöhnlichem Rauschen zu unterscheiden. 55 % geben an, dass kurzfristiger operativer Druck die langfristige Risikoplanung häufig verdrängt.
 

12. Risikomanagement muss zu einem Instrument für Wachstum werden.

Gut gesteuertes Risiko bremst ein Unternehmen nicht. Es hilft dabei, schneller, sicherer und resilienter Entscheidungen zu treffen. 99 % der Organisationen planen, ihr Risikomanagement in den nächsten drei Jahren zu verbessern. Den tatsächlichen Unterschied werden jedoch diejenigen Unternehmen machen, die Strategie, Betrieb, Technologie, Finanzen und Unternehmensführung in einem gemeinsamen Entscheidungsrahmen miteinander verbinden.

Laden Sie den Global Risk Landscape Report 2026 von BDO herunter.

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